Salonkomödie mit Spaßgarantie

In Eulgem gastiert das Duo "Fusion"


EULGEM. Ein Theaterabend voll Witz, Vergnügen und guter Laune erwartet die Besucher der Atelier-Galerie Noack in Eulgem, Düngenheimer Straße 2, am Samstag, 6. Juli, um 21 Uhr. Das Theater "Fusion" aus Düsseldorf bringt das ergötzliche Stück "Genoveva oder die weiße Hirschkuh" zur Aufführung, die herzergreifende Liebesgeschichte von Adelkurt und der liebreizenden Magd Vevchen.
Welche Tragik kündigt sich an: Ein junger Herr von Stand und eine einfache Magd! Wird er sie entehren? Mehr noch, ein Meuchelmörder betritt auch noch die Szene. Was auch immer passiert, als Salonkomödie mit Spaßgarantie wird das Stück angekündigt. Julie Schrader (1881 bis 1939) ist die Dichterin. Ihre Komödie "Genoveva" ist ein Stück von umwerfend komischer Naivität, gut gemeint und in seiner Trivialität knapp daneben.
Das Theater "Fusion" macht daraus eine Persiflage auf den wilhelminischen Zeitgeist der vorigen Jahrhundertwende. Dabei entsteht dank der Spielfreude des Ensembles und skurriler Regieeinfälle ein schräges Theatervergnügen, bei dem Publikum "vor Lachen Tränen in die Augen" treten, wie die Westdeutsche Zeitung nach der Premiere schrieb. Das Theater "Fusion" Düsseldorf war schon einmal in Eulgem zu Gast mit einem Erich-Kästner-Programm. Solche selbst entwickelten literarischen Revuen sind die Spezialität der Truppe. Darüber hinaus reicht ihr Spektrum vom ernsten Schauspiel bis hin zur komödiantischen Farce. Auch Kabarett mit eigenen satirischen Texten steht auf dem Programm. Der Theaterspaß in Eulgem findet bei schönem Wetter im Freien statt. (ua)





"Stumpfarm" agierte in Eulgem auf der Theaterbühne. Fotos: Bastian Henning

"Stumpfarm" treibt sein Unwesen

Schrille Salonkomödie in der Atelier-Galerie in Eulgem aufgeführt - Theater FUSION gefiel durch Witz und Komik - Viel Beifall

Für einen Abend wurde Eulgem zur "Theatermetropole der Eifel." Nicht ganz ernst zu nehmen wie das ganze Stück war diese Äußerung des Berndt W. W., eine tragende Rolle in "Genoveva oder die weiße Hirschkuh", aber was sich in der Atelier-Galerie Noack darbot, war witziges Theater spritzig inszeniert.
EULGEM. 
Kunst ist das Gegenteil von gut gemeint. Gut gemeint war das naive Bühnenstück von Julie Schrader bei seiner Entstehung gewiss, Kunst ist es nicht. Was aber das Theater FUSION aus Düsseldorf daraus gemacht hat, wurde im Hof der Atelier -Galerie in Eulgem Quelle höchsten Vergnügens und herzhaften Lachens.
Das drall-pralle blondgelockte und unbedarfte Vevchen (Elke Seifert) ist Dienstmädchen im Hause der dünkelhaften Frau Plückerjahn (Ilona Schwaab). Für sie ist es natürlich ein Skandal, dass ihr Neffe Adelkurt (Oliver Priebe) sich mit Domestiken gemein macht und dem guten Vevchen in heißer Liebe zugetan ist, es sogar schon verführt hat. Also wird Genoveva nach Berlin geschickt.
Die Gefahren der Großstadt nähern sich sogleich in Gestalt des Räubers "Stumpfarm" - ja, man staune, bis nach Berlin hat es der berühmt-berüchtigte Eifelmörder gebracht - der ihr an die Wäsche will. Aber der stark vergoldete Engel Hesekiel (Renate Söhnigen) rettet das Mädchen und verwandelt es in eine weiße Hirschkuh, die fortan im Tiergarten umher springt.
Auftritt Kaiser Wilhelm (Thomas Verheyen, auch in der Rolle des "Stumpfarm") höchstderoselbst. Er fordert vom Engel, Vevchen zurück zu verwandeln, zuvörderst weil er sie selber vernaschen will. Aber da taucht der Held und Retter Adelkurt auf. Der hat inzwischen seine Erbtante Frau Plückerjahn in seiner Habgier erwürgt.
Vevchen ist glücklich, ihn in die Arme schließen zu können. Willem zwo gibt dem jungen Paar seinen kaiserlichen Segen, schenkt ihm ein Schlösschen in der Nähe von Kaisersesch und wünscht sich sieben Knaben.
So einen Schmarrn kann man nur als schrillen Klamauk auf die Bühne bringen. Und das ist dem Theater FUSION in der Regie von Philipp Kohlen in einer schrägen Persiflage total gut gelungen. Die Schauspieler brachten mit überbordender komödiantischer Spiellust tolle Leistungen.
Ironisch-witzige und skurrile Regieeinfälle, inklusive so genannter Schlüpfrigkeiten, brachten immer wieder zum Lachen. Wenn Frau Plückerjahn Glaubersalz kokst oder mittels einer Haarnadel das arme Vevchen bedroht, wenn der Mond als Lampion aufgeht, wenn Kaiser Wilhelm martialisch mit einem Spielzeuggewehr herumfuchtelt oder dem "Stumpfarm" bei seiner Jagd nach Vevchen geiler grüner Geifer aus dem Maul tropft, dann hat das Ensemble die ironisierende Respektlosigkeit auf den Punkt gebracht.
Ein Erzähler der Moritat, der "Moriteur" (Philipp Kohlen), spricht verbindende und pointierte Zwischentexte, währenddessen die Spieler in starrer Pose verharren - ein sehr komischer Effekt. Da die Figuren alle "einen an der Waffel" haben und nicht ernst zu nehmen sind, werden sie überzogen verfremdet.
Zwischen den einzelnen Szenen tritt Julies Großneffe auf, der auf seinem schriftstellerischen Anteil am Bühnenstück besteht. Höchst amüsant sind Anspielungen, wie die mit Bezug zum Ort Eulgem (siehe "Stumpfarm"), und auf die Siegessäule in Berlin, nach Preußens Sieg 1871 errichtet, die die Berliner "Goldelse" nennen, und die mit französischem Akzent spricht. Auch die Musik stimmt. Ursula Augustin
Rhein-Zeitung - Ausgabe Mittelmosel vom 13.07.2002




Mit Liedern und Laternen: St. Martin ritt wieder durchs Land

Am 11. November gedenkt man allerorts, wie hier in Eulgem, des Heiligen Martin, der im Jahre 316 in der Provinz Pannonien geboren wurde. Martin wurde auf kaiserliches Edikt, aber gegen seinen Willen, zum Militärdienst eingezogen. Doch wegen seiner Güte und Bescheidenheit verehrten ihn seine Kameraden, denn er pflegte Kranke, gab Hungernden zu essen und kleidete Nackte. Im Jahre 371 wählten ihn die Bewohner von Tour in einer öffentlichen Volksabstimmung zum Bischof. Dort starb er hochverehrt und geachtet im Alter von 84 Jahren. Viele Bräuche und Lieder entstanden in den vielen Jahren der Heiligenverehrung. Auch in Eulgem (Foto) gedachten die Kinder des heiligen Mannes und zogen mit Laternen zum brennenden Feuer und sangen Lieder. Als Belohnung und als Zeichen des Teilens wurde den Kleinen eine Brezel geschenkt.
(hjk) Foto: Hans-Josef Korz
 Rhein-Zeitung - Ausgabe Mittelmosel vom 13.11.2002





Aus begeisterten Nachwuchskickern bestehen die Jugendmannschaften aus Brachtendorf und Eulgem, die sich beim Sportfest in einem spannenden Spiel gegenüberstanden.

Wanderpokal für Brohls Bambini

Sportfest des SV Brachtendorf war eine runde Sache - Auch Freizeit- und Altherren-Mannschaften im fairen Wettstreit

Aus der großen Fußball-Turnier für Freizeitmannschaften in Brachtendorf ging die FZM Gamlen als Sieger hervor. Ganz fix waren die jüngsten Kicker der JSG Brohl: Sie sicherten sich den Bambini-Pokal. BRACHTENDORF. Beim Fußballturnier für Freizeitmannschaften des SV Brachtendorf kämpften die Mannschaften FC Neuhof, Postkickers Büchel, SV Forst, Gamlen 1985, BSG Deutsche Bank sowie die Altherren-Teams von Binningen und Kaifenheim um Punkte und Ehre.
Bei teilweise widrigen Witterungsverhältnissen sahen die Zuschauer dennoch ansprechenden Fußball. Unter Leitung des erfahrenen Schiedsrichters Anton Schaden wurden die Wettkämpfe in sehr fairer Spielweise ausgetragen. Das Spiel um den dritten Platz konnten die Postkickers Büchel durch Siebenmeterschießen gegen die Freizeitmannschaft aus Forst für sich entscheiden. Im Finale standen sich die Freizeitmannschaft aus Gamlen und die AH-Mannschaft aus Kaifenheim gegenüber. Hier machte sich die Fitness der durchweg jüngeren Freizeitkicker bemerkbar. Diese schlugen die AH-Kicker des SV Kaifenheim mit 3:2 und durften sich so als Turniersieger feiern lassen.
Anschließend ließ man den Tag beim gemütlichen Dämmerschoppen ausklingen. Bei dem durchgeführten Dart- Turnier, an dem sich zahlreiche Sportfreunde beteiligten, setzte sich Reinhard Kaiser gegen die Konkurrenz durch.
Der zweite Tag des Sportfestes stand ganz im Zeichen des Bambini-Turniers. Nachdem die Spiele im letzten Jahr wegen strömenden Regens ins Wasser gefallen waren, konnte das Turnier in diesem Jahr bei strahlendem Sonnenschein ausgetragen werden. Die Turnierleiter Markus Johann und Josef Martini hatten alles bestens vorbereitet, und so konnten die Mannschaften von Brohl I, Cochem, Düngenheim, Bremm und Brohl II im fairen Wettkampf um die Punkte fighten. Schiedsrichter Reinhard Kaiser hatte keine Mühe mit der Leitung der Spiele und fand zwischendurch noch Zeit, den jüngsten Kickern die eine oder andere Regel zu erklären.
Den Wanderpokal, überreicht durch den ersten Vorsitzenden Michael Junglas, sicherte sich die Mannschaft von Brohl I. Zur Belohnung wurde jedem Bambini-Kicker eine Erinnerungsmedaille überreicht. Zudem durften sich die Kinder eine Sonnenbrille aussuchen.
Abschließend waren jedem noch drei Schuss auf die Torwand erlaubt. Hierbei zeigte sich Alexander Walter aus Cochem als treffsicherster Schütze und gewann so für seine Mannschaft einen Fußball. Nach einer Stärkung am Imbiss oder an der Kuchentheke machten sich die Bambini-Kicker dann wieder auf den Heimweg.
Jetzt war die Zeit für ein weiteres Fußball-Highlight gekommen. Die Jugendmannschaften von Brachtendorf und Eulgem standen sich gegenüber. Der Gast aus Eulgem entschied das Spiel nach spannendem Verlauf schließlich mit 4:3 für sich. Zum Ausklang des Tages hatten die Zuschauer Gelegenheit, sich beim Torwandschießen zu versuchen. Hier bewiesen einige Frauen, dass sie durchaus mit den Männern mithalten können.
Alles in allem war es ein gelungenes Fest, dass aus dem Brachtendorfer Dorfleben nicht mehr wegzudenken ist.
Rhein-Zeitung - Ausgabe Mittelmosel vom 14.08.2002