Classen kann wachsen

Industriegebiet in Eulgem aufgenommen

KAISERSESCH. RBR. Der Verbandsgemeinderat Kaisersesch hat einstimmig beschlossen, ein Industriegebiet für das Teilgebiet "Wolperkaul" in Eulgem in den Flächennutzungsplan der Verbandsgemeinde aufzunehmen. Hintergrund ist die geplante Betriebserweiterung der Firma Classen Holz Kontor GmbH & Co. KG. Das Unternehmen, das im Industriegebiet Kaisersesch angesiedelt ist, kann dort in Frage kommende Grundstücke für die Expansion nicht kaufen. Daher will der Betrieb, nach Angaben der VG-Verwaltung, seine Erweiterung im Bereich "Wolperkaul" in Eulgem realisieren. Es habe bereits Grundstücksverhandlungen mit den Eigentümern gegeben, die zum Teil auch schon notariell beurkundet worden seien.
Durch die Erweiterung der Produktion ist der Neubau von weiteren Hallen kurzfristig notwendig. Eine Halle soll noch in diesem Jahr verwirklicht werden. Der Eulgemer Gemeinderat hatte die Aufstellung eines Bebauungsplanes für diesen Bereich im Februar beschlossen.
Rheinzeitung Cochem-Zell Ausgabe vom 3. 4. 1996




Saftige Obstwiesen rahmen Eulgem ein

Unsere heutige RZ-Wandertour führt durch blühende Eifelwiesen und grüne Wälder

EULGEM. HS. Start unserer heutigen Wanderung ist der kleine Eifelort Eulgem. Von Kaisersesch kommend, gehen wir in den Sängerweg, er ist der erste Weg der links an den Häusern vorbeiführt. Zahlreiche Fliedersträucher verbreiten ein angenehmes Aroma.
Wir folgen dem Teerweg geradeaus, mit Blick auf Düngenheim durch die grüne Feldflur. Ein üppig gelb gefärbtes Wiesentälchen wird sichtbar, dominiert vom Löwenzahn, einem Stickstoffzeiger.
Wir gehen an einem Niederwald mit blühender Sternmiere vorbei. Die Mönchsgrasmücke, ein Zugvogel, singt ihr melodisches Lied. Sie nistet gern an Waldrändern mit Brombeeren und Waldgeißblatt. Ein Feldhase hat in den Wiesen feuchte Pfoten bekommen und läuft sich auf dem Weg trocken. Der Regen der vergangenen Tage hat der Vegetation gut getan, doch jetzt muß sich die Sonne anstrengen, hat sie doch einiges aufzuholen.
Wieder in der Feldflur, schauen wir auf das Kaisersescher Gewerbegebiet. Eine Ricke mit Kitz steht am Waldrand und sieht ständig ängstlich in die Umgebung. Die Wildtiere brauchen jetzt Ruhe, um ihren Nachwuchs aufzuziehen.
Wir bleiben auf dem geradeausführenden Weg, der in einen unbefestigten Ackerweg mündet und zur Straße führt. Wir gehen nach rechts bis zu einem alten Heiligenhäuschen. Ihm gegenüber beginnt ein Wiesenweg, der talabwärts führt. Am Wegesrand gedeihen Wiesenkerbel und Geißfuß, zwei Doldenblüter, sie sind Charakterpflanzen der Wiesen und Waldränder.
Ein Bussard ruft lauf miauend, er warnt seinen Partner, der im nahen Wäldchen auf einer Eiche horstet. Wir halten uns an den Grasweg, der parallel zum Bach verläuft. Jetzt schauen wir auf die mit einem herrlich blühendem Birnbaum geschmückten und bewohnten Eulgemer-Mühle.
Wir kommen wieder auf einen Teerweg, ihm folgen wir abwärts und halten uns rechts. Weit schaut das Auge in den noch jungen Brohlbach. Am ersten Wiesenweg biegen wir nach links und gehen entlang des Baches talabwärts. Die Wiesen sind gut gedüngt und "fett". Typische Flora ist nur noch ansatzweise vorhanden.
Einige Aurorafalter und Bläulinge gaukeln über die Wiesen, und ein kleiner Bockkäfer hat sich tief in die Pollen der Löwenzahnblüte "eingebaggert".
Dort, wo das Bachtal wieder naturnah wird, hat sich ein Neuntöterpärchen eingefunden. Er ist ein geschickter Insektenjäger. Wir sehen einen größeren Fischteich mit seltsamen Häuschen, es sind Brutkästen für die Stockente. An einer alten Eiche steht eine grüne Bank, hier können wir ausruhen und ein weiteres Neuntöterpärchen beobachten. Er ist Indikator für eine naturnahe Landschaft.
Vorbei an einigen weniger schönen Fischteichen und Serbischen Fichten, stehen wir am Ortsrand von Gamlen. Wir biegen scharf rechts den bergführenden Weg hoch. Vorbei an einen Damhirschgehege mit sehr viel Bodenerosion. Den vorbeiführenden Teerweg gehen wir nach rechts Richtung Eulgem. An einer alten Obstwiese singt ein Goldhähnchen. Blitzartig jagt ein kleiner Falke über die Äcker, es ist der seltene Baumfalke, bei seiner Lieblingsbeschäftigung, er ernährt sich vorwiegend von Vögeln und Insekten. Von hier blicken wir weit in das mit gelben Rapsfeldern gegliederte Eifelland.
An einem Heiligenhäuschen stoßen wir auf die Straße und gehen zum Ausgangspunkt. Der kleine Ort ist umgeben von Obstwiesen und vielen anderen Bäumen und Sträuchern, und innerorts sehr attraktiv. Die acht Kilometer überwiegend ebenerdige Wanderung sollte bei Nässe nur mit entsprechendem Schuhwerk erwandert werden
Rheinzeitung Cochem-Zell 25.05.1996