Der Stumpfarm

 

Auch in einer kurz gefassten Geschichte des Ortes Eulgem darf ein Hinweis auf den berüchtigten Massenmörder des Eifelgebietes Johann Wilhelm Mayer, 1886 in Uersfeld geboren, der in seiner Jugend den linken Unterarm durch einen Sprengstoffunfall in einem Steinbruch verloren hatte und deshalb "Stumpfarm" genannt wurde, nicht fehlen.
Er lebte hauptsächlich in den Wäldern zwischen Elz und Endert bis hin in den Raum Mannebach, Monreal und Mayen und setzte in den letzten Jahren des 1. Weltkrieges bis zu seiner Festnahme die Bevölkerung in Angst und Schrecken.
Stumpfarm hatte in Reudelsterz, Weiler, Beuren, Laubach, Masburg und Eulgem als Knecht gearbeitet und war deshalb in den Dörfern bekannt, ebenso wie er die Gegend genau kannte.

Etwa 1916 hatte er mit aller Rechtsordnung gebrochen, trieb sich vornehmlich in den Wäldern herum und war, wegen Jagdvergehen, Körperverletzungen, Sachbeschädigung, Widerstand gegen die Staatsgewalt, Hausfriedensbruch, öffentlicher Beleidigung, Diebstahl u.a.m. bereits vorbestraft, hatte in der Zeit von März 1918 bis Mai 1919 fünf Menschen mit seinem Karabiner ermordet, drei Frauen mit denen er liiert war und zwei Männer, die offenbar seine Freunde und Kumpane waren.
Bei den Morden an seinen zwei "Freunden", legte er eine besondere Bestialität offen, in dem er ihnen die Köpfe abschnitt und gegeneinander austauschte.
Stumpfarm mordete nicht wahllos sondern beseitigte zielstrebig die Mitwisser seiner Untaten, seine "Freunde" und Kumpane, sowie die Frauen, zu denen er ein Verhältnis unterhielt. Bei diesen Morden ging er mit äußerst gemeiner Hinterliste und erschreckender Rohheit vor, so trennte er z.B. seinen Opfer Köpfe und Gliedmassen ab und legte diese zu den toten Körpern der anderen Opfer.

Hier die Bilanz seiner Morde:

Zwischen dem 18. und 24. März 1918 wurde die Maria Dahm aus Mayen, eine Geliebte des Stumpfarmes im Stadtwald von Mayen ermordet.

Im Februar 1919 im Wald bei Masburg, die Maria Falk, ebenfalls eine Geliebte des Stumpfarm.

Am 30. März 1919 ermordete er den Nikolaus Schueller aus Kalenborn im Wald bei Mannebach und am 26. April 1919 den Lorenz Reuter aus Masburg ebenfalls im Wald zwischen Boos und Mannebach.

Seit Mai 1919 war Katharina Forst aus Mannebach, mit der er ein Verhaeltnisse hatte, verschwunden. Ihre Leiche fand man mehr als ein Jahr später im Wald bei Illerich.

Stumpfarm wurde seit 9.7.1919 steckbrieflich gesucht und am 10. August 1919 in der Nähe von Eulgem gefasst.

Nach eigenen Aussagen hatte Stumpfarm mehrere Jahre bei einem Bauern in Eulgem gearbeitet, kannte sich deshalb dort gut aus und wurde auch am 10. August 1919 im Distrikt "Sänger" in der Gemarkung von Eulgem gefasst.


Stumpfarm rechts im Bild bei seiner Verhaftung



Stumpfarm wurde am 7. Febr. 1923 - in einem Indizienprozess, er hatte die Taten vor Gericht nie zugegeben- vom Schwurgericht Koblenz wegen Mordes viermal zum Tode und wegen Todschlages zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt.

Nach dem Gnadengesuche abgelehnt worden waren wurde der Stumpfarm am 29. Dez. 1923 im Hofe des Kölner Gefängnisses "Klingelpütz", durch enthaupten mit der Guillotine hingerichtet.

Aus der Chronik von Eulgem
Mit freundlicher Genehmigung © Werner Schumacher




© des Bildes Privat