Große Leistung für kleine Gemeinde

Die Freiwillige Feuerwehr hat 4000 Stunden Eigenleistung erbracht - Landrat würdigte das Engagement





Eulgem. BM. Das ganze Dorf war gekommen um am Freitagabend die Einweihung des neuen Gemeindehauses mitzuerleben. Im schönen Festsaal im ersten Stock begrüßte Ortsbürgermeister Alois Weiler die Einwohner von Eulgem und viele Gäste.

Pastor Hans Drescher nahm die Einweihung des Hauses vor und begann seine Ansprache mit einem wohlgemeinten Scherz: "Meine Einsatzzentrale ist nicht mehr in Trier, sondern in der Verbandsgemeinde Kaisersesch, die mit dem Segensköfferchen durch die Dörfer hetzt." Diese Worte waren wohl als Kompliment an Verbandsbürgermeister Wältermann gedacht.

Insgesamt 239.000 Mark

Auch Landrat Balthasar nahm die Einweihung des Eulgemer Gemeinde- und Feuerwehrhauses zum Anlass, das große Engagement Wältermanns für die Feuerwehr zu unterstreichen. "Die Kreisfeuerwehr ist mit Peter Gerhartz aus Illerich fest in Kaisersescher Hand und gut und sicher vertreten." Balthasar bedauerte in seiner Ansprache das sogenannte "Simmerner Urteil", wonach die Landkreise den Bau von Gemeindehäusern nicht mehr bezuschussen dürfen. Das sei eine Benachteiligung "für das flache Land". Die Gemeinde Eulgem könne froh sein, dass sie noch in den Genuss der Kreisförderung gekommen sei. Der Landrat überreichte Bürgermeister Alois Weiler das Wappenschild des Kreises Cochem-Zell.
Auch Verbandsbürgermeister Josef Wältermann war nicht mit leeren Händen gekommen. Er übergab das Wappen der Verbandsgemeinde Kaisersesch. Wältermann erläuterte die Finanzierung des Bauwerkes: Die Gesamtkosten beliefen sich auf etwa 239.000 Mark. Das Land Rheinland-Pfalz beteiligte sich mit 35.000 Mark, der Kreis hat 19.800 Mark dazugegeben und für den Feuerwehrtrakt steuerte die Verbandsgemeinde 20.000 Mark sowie die Übernahme der Kosten für die Rolltore in Höhe von 11.000 Mark hinzu. Schließlich hat die Jagdgenossenschaft einen Betrag von 3.500 Mark geleistet. Besonders dankte Wältermann den Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr Eulgem, die mit einem Eigenleistungsanteil von insgesamt 33.500 Mark das Bauprojekt des Dorfes ermöglicht hätten.
Der Landtagsabgeordnete Dr. Werner Langen, er sprach auch im Namen des Bundestagsabgeordneten Peter Bleser, würdigte in seiner Ansprach den Einsatz des Bürgermeisters für seine Gemeinde. Langen lobte das Engagement der Feuerwehr. Wehrleiter Norbert Reuter und Wehrführer Andreas Reichert dankten den Gästen für ihr kommen und freuten sich über das Lob der Redner.
Heinz Winnebeck, Mitglied der Feuerwehr und Koordinator der Bauarbeiten, gab einen Überblick über die Geschichte des neuen Hauses. Angefangen habe alles mit der Übernahme einer Tragkraftspritze. Diese habe einen fahrbaren Untersatz gebraucht, der schließlich aus dem alten Mannschaftsbus genau worden sei. Mit dem "Sondermodell Eulgem" habe die Feuerwehr Eulgem großen Eindruck in den umliegenden Gemeinden gemacht, erzählte Winnebeck: "Zu klein war nun allerdings die Garage." Und schon war der Gedanke geboren, den Geräteschuppen der Gemeinde zu vergrößern.

Alle Bürger halfen

Schließlich sie nach und nach, mit Hilfe aller Bürger und der Feuerwehr, das schöne Gemeindehaus entstanden. Alleine die Floriansjünger hätten 4.000 Stunden an dem Bau gearbeitet, so dass der komplette Rohbau und fast der gesamte Innenausbau in Eigenleistung erfolgen konnten.
Die Einweihungsfeier des Eulgemer Gemeindehauses wurde vom Kirchenchor Hambuch und vom Frauenchor aus Gamlen unter der Leitung von Erich Boos musikalisch gestaltet, und die Frauen des Dorfes servierten den Gästen ein vorzügliches Essen.


Zeitungsartikel aus der Rheinzeitung vom Montag, 21. März 1994
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